Test: Badland - Game of the Year Edition (PS4)

BADLAND: Game of the Year Edition basiert auf Frogminds mehrfach preisgekröntem Spiel BADLAND, einem Tablet-Spiel, das weltweit über 25 Millionen Spielern begeistern konnte. Das Spiel ist ein seitwärts scrollendes Action-Adventure mit Physik-basiertem Gameplay-Elementen. Spieler steuern die fliegende Kreatur Clony und versuchen in insgesamt 100 Leveln, eine erstaunliche Anzahl einfallsreicher Fallen, Puzzles und Hindernisse in einem mysteriösen Waldlandschaft zu überleben.

Für die BADLAND: Game of the Year Edition haben die Entwickler die Steuerung komplett überarbeitet und das Original um volle Kontrolle nach links/rechts/oben/unten erweitert. Außerdem wurden sämtliche Level nicht nur mit höheren Texturen versehen, sondern neu erstellt und an die neuen Steuerungsmechaniken angepasst. Das Spiel ist lediglich digital und jetzt zum Start zwischen 9 und 12 € erhältlich.

Badland - Game of the Year Edition Test

Gleich zu Beginn des Spiels wird der Spieler im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel geworfen. Ohne wirkliches Intro, Erklärungen oder dergleichen blicken wir auf eine kleine, schwarze Gestalt mit zwei Armen bzw. Flügeln und fangen also erstmal an, auf alle Tasten zu drücken. Schnell finden wir heraus, dass dieses Spiel lediglich den linken Analogstick sowie eine der vielen Tasten (ich entschied mich für eine der rechten Schultertasten) zum Fortbewegen benötigt. Also trudeln wir von links nach rechts durch das nett designte Level, welches aus einer Kombination von Scherenschnitt-Optik im vorderen Spielbereich und farbig gemalten Bildern im Hintergrund besteht, ohne genau zu wissen warum. Am Ende des Levels werden wir von einem Rohr eingesaugt und starten im nächsten Level.

Im Laufe der nächsten Level wissen wir zwar immer noch nicht warum wir tun, was wir tun, doch bemerken, dass die Level langsam anfangen schwerer zu werden und ehe man sich versieht, wiederholt man ohne Erfolge zum zehnten Mal die selbe Stelle. Fühlten wir uns in den ersten Level noch wie auf einem Kindergeburtstag, machen uns plötzlich riesige Kreissägen, herunterfallende Trümmer, Stacheln sowie verwinkelte Routen das Leben schwer. Denn sobald man sich nach dem Start bewegt, fängt auch der Bildscharm an, sich von links nach rechts zu bewegen. Hat der Bildschirm unseren Clony eingeholt, weil wir nicht rechtzeitig den Weg durch ein Labyrinth oder einen benötigten Schalter bzw. Power-up zum Passieren gefunden haben, wars das.

Apropos Power-ups: Im Laufe der Level kommen uns immer wieder einsammelbare Objekte vor, die diverse Attribute unseres Clonys, wie zum Beispiel die Größe, verändern. Auch wenn sich die Funktion der Power-Ups im Laufe der Zeit erschließt (oder man drückt ab und an mal auf Start und betrachtet die erklärenden Bilder im Pause-Bildschirm), ergeben für mich doch nicht alle einen wirklichen Nutzen. Das beeindruckenste Power-up ist auf jeden Fall das, welches unseren Clony mehrfach klont. So kann es vorkommen, dass wir plötzlich in einem Mordstempo zwanzig Clonys gleichzeitig durch das Level steuern müssen, was nicht nur verdammt lustig aussieht, sondern oben drein auch noch verdammt schwer ist.

Badland - Game of the Year Edition Test

Am Ende muss zwar nur ein Clony das Ziel erreichen, wollen wir jedoch in der Highscore-Liste ganz oben landen, sollte man so viele wie möglich retten. Schade, dass dies dem Spieler nicht gleich erklärt wird und er dies auch erst im Menü rausfinden muss. Genau wie die Tatsache, dass jedes Level noch seine eigenen 3 Herrausforderungen hat, wie „sterbe kein einziges Mal“, die es zu meistern gilt. Diese sind lediglich kurz nach dem Starten eines einzelnen Levels aus der Levelauswahl zu sehen.

Versteht mich jetzt nicht falsch, das Spiel macht zwar Spaß und weckt mit seinen immer größeren Herausforderungen den Ehrgeiz, doch die (Nicht-)Präsentation der Möglichkeiten und Funktionen sowie der Story ist einfach verdammt unbefriedigend. Warum konnte man für die neue Edition nicht eine kleine Geschichte in Form von Standbildern etc. einfügen, welche uns den Sinn des Ganzen (mag bei kleinen Tablet/Handy-Games für zwischendurch unerheblich sein) erklärt. So bietet das Spiel nur die wirklich schön gezeichneten Hintergrundbilder, welche andeuten, dass sich irgendeine fremde Macht im Wald ausbreitet. Oft können wir allerdings auch nicht darauf achten, da die Level immer mehr von uns abverlangen.

So Bleibt Badland auch in der Game of the Year Edition leider nur ein Spiel für zwischendurch. Das Gameplay ist zwar leicht verständlich und trotzdem verdammt fordernd, dennoch auf Dauer zu abwechslungsarm, als dass man es stundenlang spielen würde. Dies trifft auch auf den wunderschönen Grafikstil zu, der mit Laufe der Zeit in die Monotonie abdriftet. Ein Großer Pluspunkt wiederum ist die Integrations des Multiplayer-Features. Im Koop können wir lokal mit bis zu vier Spielern alle 100 Level gemeinsam bewältigen oder ein Turnier veranstalten, bei dem wir in 27 Multiplayer-Deathmatch-Stages in einer Art „Last Man Flying“-Modus gegeneinander antreten. Das macht verdammt viel Spaß und wird bestimmt nicht nur bei mir in Zukunft immer mal wieder bei Spieleabenden mit Freunden vorkommen.

Pro

  • Extrem einfache Steuerung, dennoch forderndes Gameplay
  • Fantastische Hintergrund-Landschaften
  • Extrem viel Spaß im Multiplayer (4 Spieler)

Contra

  • ...allerdings auf Dauer zu wenig Abwechslung
  • ...Grafikstil wirkt mit der Zeit monoton
  • ...leider keine richtige Story für Solisten
Die Badland: Game of the Year Edition bietet ein fantastisches Spielerlebnis für zwischendurch, welches sowohl Geschicklichkeit als auch eine Portion Hirnschmalz voraussetzt. Die Kombination aus der Scherenschnitt-Optik mit den detailliert farbigen Hintergrund-Landschaften weiß zu gefallen, nutzt sich allerdings genau wie das Spielprinzip mit der Zeit etwas ab. Deshalb werden Solisten aufgrund einer fehlenden Story wohl immer wieder nur für ein paar Level einschalten. Das ist für den verlangten Preis aber vollkommen in Ordnung, vor allem weil das Spiel im Multiplayer mit 4 Spielern an einer Konsole verdammt viel Spaß macht.
7.5

Gut

James_Pinarrow
Betreiber von Pinarrow.TV. Arbeitet seit 2008 als selbstständiger Journalist und Blogger, bevor er sich 2011 dazu entschied aufgrund seiner Erfahrungen als Grafik- & Webdesigner ein eigenes Online-Magazin (ursprünglich unter dem Titel "Gam3-News") zu gründen. Seit dem versorgt der leidenschaftliche Videospieler und Filmliebhaber die Community ohne finanzielle Interessen mit den aktuellsten News und Kritiken im Bereich Games, Kino, Serien sowie DVD & Bluray Releases.

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