Test: Guns, Gore & Cannoli (PC)

In dem von klassischen Sidescrolling-Shootern der 80er- und 90er-Jahre inspirierten Spiel Guns, Gore & Cannoli von den Claeys Brothers und Crazy Monkey Studios schlüpft der Spieler in die Rolle von Mobster Vinnie Cannoli, der eigentlich nur einem ganz simplen Alltagsjob nachgehen wollte. In Thugtown, einer fiktiven Stadt im Amerika der 20er Jahre, sollte er eine Zielperson ausfindig machen und dem Mafiaboss ausliefern, doch als die Stadt von einer Armee von Zombies überrannt wird, findet er sich mitten in einem Krieg gegen Cosa Nostra, Untoten und dem Militär wieder.

Doch er ist nicht ganz allein, denn der Beistand von zweierlei Dingen ist ihm immer sicher, seine geliebten Cannoli und Waffen…jede Menge Waffen! Und sollte die Kacke irgendwann einmal richtig am dampfen sein, stellt er sich im lokalen Multiplayer-Modus eine Mafia-Crew mit bis zu vier Spielern zusammen.

Guns, Gore & Cannoli Test

Guns, Gore & Cannoli, ein Titel genauso trashig wie aussagekräftig. Denn wenn Mobster Vinnie Cannoli zu Werke geht, wird es garantiert blutig und zwar extrem! Es vergeht kaum eine Minute des Sidescroller-Shooters, bevor haufenweise Eingeweide, Hirnmasse und literweise Blut den Bildschirm zieren. Sorgen um eine Indizierung müssen sich die Entwickler dennoch nicht machen, denn das Spiel setzt auf ein fantastisch handgezeichnetes Comic-Design, welches dem Ganzen eher einen Humor-Stempel aufdrückt, als realistische Gewalt darzustellen versucht. Diese Entscheidung war goldrichtig! Denn gerade der Look des Titels ist es, was ihn so besonders macht. Hochauflösende HD-Grafik mit knackigen Texturen und scharfen Kanten, welche mit vielen Details und Abwechslung punkten kann.

Das Gameplay ist relativ simpel und schnell erlernt. Wir rennen von links nach rechts und ab und an wechseln wir auf obere bzw. untere Ebenen, typisch Platformer eben. Springen, schießen und eine Nahkapfattacke, das wars. Guns, Gore & Cannoli liefert keine Innovationen, sondern lediglich das Oldschool-Gameplay, das Fans kennen und lieben. So kann man ja auch nichts falsch machen oder? Jain. Im Grunde macht das Spiel alles richtig. Das Gameplay ist flüssig, selbst wenn sich zwanzig Gegner auf dem Bildschirm tummeln, Granaten und Gegner explodieren und überall Eingeweide sowie Kugeln umherfliegen. Die Jump & Run-Einlagen sind ausbalanciert und die Kollisionsabfrage der Ebenen perfekt abgestimmt. Auch das Schadenssystem arbeitet wunderbar.

Guns, Gore & Cannoli Test

Doch kommen wir zu kleineren Dingen die mich stören. Da hätten wir als erstes die Entscheidung, dass man nur geradeaus schießen kann. Man kann zwar durch ducken oder schießen im Sprung die Schussbahn beeinflussen, dennoch gibt es keine Möglichkeit diagonal oder nach oben bzw. unten zu schießen. Dies finde ich ärgerlich, da durch die gut designten Level, welche viele obere und untere Platformen nutzen, oftmals auch Gegner von oben und unten angreifen. So fehlt mir zum Beispiel auch die Möglichkeit die Granatenwurfbahn zu bestimmen. Ich gehe mal davon aus, dass sich die Entwickler bewusst dagegen entschieden haben, um den Geschicklichkeits- bzw. Timing-Faktor zu erhöhen. Ehrlich gesagt klappt das nach einiger Zeit auch recht gut, doch sind wir heutzutage halt einfach mehr Komfort gewohnt. Genau wie die Möglichkeit eine höhere Platform auch mit der Sprungtaste und dem Steuerkreuz nach unten eben wieder nach unten verlassen zu können.

Dafür punktet das Spiel mit seinen tollen Waffen und dem sehr ausbalancierten Munitions-System. Auch die Checkpoints sowie die namensgebenden Cannoli (Cannolo ist der Name eines gefüllten Süßgebäcks aus Sizilien) zur Gesundheitswiederherstellung sind fair verteilt, die Level werden mit der Zeit immer anspruchvoller sprich schwerer, driften aber zu keinem Zeitpunkt ins Unfaire ab. Besonders gefallen hat mir die für einen Indie-Titel dieser Größenordnung verdammt gute Vertonung mit herrlich stimmigen Akzenten der Sprecher. Doch nicht nur die Synchronisation, sondern das gesamte Sounddesign untermauern den Charme, welchen das Spiel ohne Frage an jeder Ecke und Kante versprüht.

Guns, Gore & Cannoli Test

Guns, Gore & Cannoli erzählte eine trashige Geschichte mit coolen Bosskämpfen und kleinen Videosequenzen, welche mit einer großen Portion Humor daherkommen. Leider ist das Spiel bereits nach 3-4 Stunden vorbei und bietet außer anderen Schwierigkeitsgraden nichts um die Spielzeit in die Länge zu ziehen. Nun mag man sich fragen, ob das für einen Titel, der bereits zum Release nur 10 € kostet, vollkommen ausreichend ist, schade ist es trotzdem. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Level und Waffen ausprobiert und dann gerne auch 15 € hinglegt. Doch hätte der Hund nicht gekackt, hätte er den Hasen erwischt, pflegt mein Onkel Martin immer zu sagen und so beschäftigen wir uns nicht mehr mit Dingen die nicht da sind, sondern verlieren lieber noch ein paar Worte zur fantastischen Controller-Steuerung und der tollen Möglichkeit die Story mit 4 Spielern lokal im Koop zu spielen. Da ich stark bezweifle, dass sich viele 4er-Gruppen samt Controller vor einem PC-Bildschirm versammeln, wäre eine Online-Funktion sinnvoll gewesen und hätte die Spielzeit eventuell noch mit Highscore-Listen etc. in die Länge getrieben.

Pro

  • Flüssiges Gameplay mit tollen Bosskämpfen
  • 4-Spieler Koop-Modus
  • Bezauberndes, handgezeichnetes Grafikdesign
  • Herrliche Soundkulisse und Vertonung

Contra

  • ...abwechslungsarm, begrenzte Schussmechanik
  • ...leider kein Online-Modus
  • Spielzeit etwas zu kurz
Guns, Gore & Cannoli bietet eine perfekte Kreuzung aus Mafia und Zombie Story, transferiert in eine liebevoll per Hand gezeichnete Comicwelt samt herrlicher Vertonung und viel trockenem Humor. Mit dem Charme eines erstklassigen B-Movie/ Trash-Films kann das Spiel trotz seinem zwar handwerklich einwandfreien, aber dennoch abwechslungsarmen Gameplay über seine ganze Spielzeit hinweg bei der Stange halten. Ist zwar nicht schwer bei ca. 3-4 Stunden bis zum Ende, dennoch bei einen Titel zum Preis von 10 € angemessen. Lediglich die Umsetzung eines Online-Multiplayers fehlt. Denn seien wir ehrlich, am PC sitzt man doch eher seltener mit 4 Freunden und Controllern...
8

Großartig

James_Pinarrow
Betreiber von Pinarrow.TV. Arbeitet seit 2008 als selbstständiger Journalist und Blogger, bevor er sich 2011 dazu entschied aufgrund seiner Erfahrungen als Grafik- & Webdesigner ein eigenes Online-Magazin (ursprünglich unter dem Titel "Gam3-News") zu gründen. Seit dem versorgt der leidenschaftliche Videospieler und Filmliebhaber die Community ohne finanzielle Interessen mit den aktuellsten News und Kritiken im Bereich Games, Kino, Serien sowie DVD & Bluray Releases.

Hinterlasse ein Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht weitergegeben.Erforderliche Felder sind markiert *

*


Du solltest diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Anmelden

Passwort vergessen

Anmelden

Anmelden